Gemeinwohl statt Gewinnmaximierung, Kooperation statt Konkurrenz

Liebe ist der größte Wirtschaftswert

MOIN Bio Backwaren steht seit über 30 Jahren für hochwertige Bio-Backwaren – konsequent ohne Zusatzstoffe, Palmöl oder technische Enzyme. Unser Anspruch lautet: Wir machen gutes Essen für andere Menschen. Dieser Anspruch basiert auf der Überzeugung, dass Lebensmittel mehr sind als ein Produkt. Sie verbinden Menschen, beeinflussen die Gesundheit und wirken weit über den Genussmoment hinaus.

 

Wir richten unser unternehmerisches Handeln nicht allein an wirtschaftlichem Erfolg aus, sondern an unserem Beitrag für Gesellschaft, Umwelt und zukünftige Generationen. Doch wie kann man solch nachhaltige Bemühungen messen?

Dank der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) und ihrem wertebasierten Punktesystem lässt sich der Beitrag eines Unternehmens zum Wohl von Mensch und Umwelt in Zahlen fassen. Rund 5.000 Mitglieder*innen haben sich inzwischen dieser Bewegung für ein alternatives Wirtschaftssystem abseits von den Prinzipien einer Finanzbilanz angeschlossen. Wir haben inzwischen unser drittes Testat von der GWÖ erhalten. Hier ein Auszug daraus:

E-MOBILITÄT UND ÖKO-STROM

In den Jahren 2022-2024 wurde der Fuhrpark kontinuierlich erweitert, sodass dieser mittlerweile ausschließlich aus E-Autos besteht. Geladen werden diese auf dem Firmengelände mit Strom der Stadtwerke Glückstadt. Hier beziehen wir 100 % Ökostrom. Einen Anteil von ca. 30 % produzieren wir selbst mit einer eigenen PV-Anlage auf dem Dach unserer Produktionshalle.

SCHOKOLADE AUS GHANA

Gutes Essen beginnt für uns schon beim Einkauf der Zutaten. Wir entscheiden uns bewusst für Qualität, ökologische Verantwortung und ein faires Miteinander.

 

Ein besonderer Schritt war für uns die Umstellung unserer Schokolade: Mit fairafric haben wir einen Partner gefunden, der den Kakao nicht nur in Ghana anbaut, sondern auch vor Ort verarbeitet. So bleibt die Wertschöpfung im Ursprungsland. Durch die Wertschöpfung im Land werden nicht nur neue und sichere Arbeitsplätze geschaffen. Mit einer Bezahlung, die um ein Vielfaches höher als der ghanaische Mindestlohn ist und zusätzlichen Prämien je Tonne Bio-Kakao, wird den Arbeitnehmer*innen ermöglicht nicht nur einen sicheren Lebensunterhalt zu verdienen, sondern ihren Kindern Bildung bis hin zu einem Universitätsabschluss zu finanzieren. Wir sind nicht nur von den Werten von fairafric überzeugt, sondern auch von der Qualität der Produkte. Daher sind wir trotz eines höheren Einkaufspreises der Schokolade im Jahr 2023 sukzessive umgestiegen und beziehen seit 2024 alle unsere Schokoladenprodukte ausschließlich über fairafric.

 

Diese Entscheidung zeigt: Nachhaltigkeit bedeutet für uns auch, globale Lieferketten gerechter zu gestalten.

IFCO-Mehrwegkisten-System

Da bei uns als produzierendes Unternehmen große Mengen an Verpackung für die zu verschickenden Produkte anfallen, versuchen wir uns in diesem Bereich kontinuierlich zu verbessern. Ein großes Projekt startete hierzu im Jahr 2023 mit der Umstellung auf IFCO-Pfandkisten. Das System bietet Mehrwegkisten aus Hartplastik, die für den Versand von TK-Backwaren geeignet sind. Mit der Einführung von IFCO wurden wir zum Vorreiter als erste TK-Bäckerei in Deutschland, die dieses Pfandsystem integriert hat. Damit das Ganze funktioniert, haben wir einige unserer Kund*innen zum Nutzen der Pfandkisten inspiriert und so einen geschlossenen Kreislauf geschaffen. Auch wenn noch nicht alle unsere Lieferungen in IFCO-Kisten realisierbar sind, konnten wir hierdurch bereits rund 120 t Kartonagen einsparen (Stand: Ende 2025).

72 % vegan, 28 % mit Butter

Von Beginn an setzen wir auf fleischfreie Produkte. Die Auswirkungen von Fleisch auf das Klima, und damit auf Mensch und Natur, sind eindeutig. Doch auch Rohwaren wie Butter, die aus tierischen Rohstoffen gewonnen werden, haben eine deutlich höhere CO2-Bilanz als pflanzliche Alternativen. Daher versuchen wir bei all unseren Neuprodukten zu Beginn zu prüfen, ob eine vegane Alternative umsetzbar ist und dem Geschmack einer Buttervariante in nichts nachsteht. Da der Genuss unserer Backwaren bei uns an erster Stelle steht, fällt dennoch bei einigen Produkten die Entscheidung ein Butterprodukt zu produzieren. Aktuell sind über 70 % unserer Produkte vegan.

 

Unsere Butter beziehen wir aus den Niederlanden und der Nachbargemeinde Horst. Lange haben wir Bio-Butter von verschiedenen Lieferant*innen in Deutschland bekommen. Neben vielen Qualitätsproblemen waren die meisten Meiereien keine reinen Bio-Molkereien, sondern haben auch konventionelle Ware verarbeitet. 2020 haben wir eine reine Bio-Molkerei in den Niederlanden gefunden, die neben einer hervorragenden Qualität ausschließlich EU-Bio und Demeter Milch verwendet, die von einem eigenen Landwirte-Kreis bezogen wird und nicht, wie bei fast allen in Deutschland ansässigen Molkereien, an der Börse bzw. auf dem Spot-Markt. Die Problematik des Spot-Marktes ist eindeutig: Kurzfristige, preisgetriebene Transaktionen, bei denen langfristige Beziehungen, faire Arbeitsbedingungen o.ä. kaum eine Rolle spielen. Die reine Preisentscheidung geht oft auf Kosten der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit. Zudem riskieren Unternehmen ihre eigene Resilienz, indem sie sich abhängig machen von kurzfristigen Preisschwankungen. Das widerspricht unserem Anspruch, allen Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette auf Augenhöhe zu begegnen und langfristige, vertrauensvolle Lieferant*innenbeziehungen zu pflegen. Eine bewusste Entscheidung gegen den Spotmarkt ermöglicht uns außerdem nachzuvollziehen, von welchem Zulieferer der Molkerei die Milch kommt.


TEIL EINES GRossen GANZEN

Unsere Produkte stehen für Genuss und Qualität, aber auch für Wirtschaften mit Haltung. Auch wenn die Gemeinwohl-Ökonomie keine staatlich geprüften Zertifikate vergibt, gibt sie uns doch einen klaren Rahmen und eine wertvolle Orientierung, um unser Handeln ganzheitlich zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Dieser Bericht zeigt, wie viel wir bereits erreicht haben – und wie viel Potenzial noch vor uns liegt.


Mehr Infos zum Model und zur Zertifizierung der Gemeinwohl-Ökonomie findest du hier:

 

www.germany.ecogood.org