E-LKW im Test mit der HTU Transport GmbH

Ein Partner-Projekt mit Hans Foellmer

Unsere Bio-Backwaren sind bundesweit gelistet und legen täglich viele Kilometer zurück. In den letzten Jahren haben wir eine enge Partnerschaft mit einem mittelständischen Logistikunternehmen aus unserer Nachbarschaft, der HTU Transport GmbH, aufgebaut.

 

Zusammen sind wir mit unseren farbenfrohen Aufliegern im MOIN-Stil in ganz Deutschland unterwegs. „Gutes Essen verbindet“ steht drauf – und so ist es auch!

 

Ganz gleich, um welche Lieferung es sich handelt, die bei uns in Glückstadt hergestellten Bio-Backwaren verbinden uns mit unseren Partner*innen und Kund*innen. Es verbindet die Menschen, die in unserer Produktion arbeiten, mit den Menschen, die unsere Backwaren essen. Es vereint in sich hochwertige, ökologisch erzeugte Zutaten und damit verbindet gutes Essen auch uns Menschen mit unserer Erde.

 

Nun ist uns allen klar, dass die vielen Kilometer, die herkömmliche LKW zurücklegen, um so viele Menschen wie möglich mit gutem Essen zu versorgen, für unsere Erde nicht von Vorteil sind. Schon länger stellen wir uns die Frage, wie wir gemeinsam unsere Logistik nachhaltiger gestalten können. Während wir bei unseren Firmenautos zu 100 % auf E-Mobilität setzen, ist der Einsatz von E-LKW noch eine Seltenheit mit schwacher Datenlagen. Also haben wir uns in Zusammenarbeit mit unserem benachbarten Logistiker Hans Foellmer daran gemacht, eigene Daten zu erheben und haben erstmals einen E-LKW im Alltag getestet.

 

Im Anschluss haben wir mit Hans ein kleines Interview geführt:

 

Wir arbeiten seit vielen Jahren eng zusammen und wissen deine Verlässlichkeit und auch deine Ehrlichkeit zu schätzen. Hand aufs Herz, Hans, was hast du anfangs davon gehalten, dass wir diesen Elektro-Test machen wollten?

 

Hans: Typisch MOIN, habe ich gedacht. Wer Vorreiter ist, muss damit klarkommen, dass er manchmal für plemplem gehalten wird. Aber mit der Zeit wendet sich dann das Blatt und die Masse kommt hinterher. Der Test war wichtig, aber er war auch ein Abenteuer und es lief nicht alles reibungslos.

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Fotocredit: Hans Foellmer

Was waren die größten Herausforderungen?

 

Hans: Die größte Schwierigkeit lag darin, die gesetzlichen Sozialvorschriften mit den aktuellen Lademöglichkeiten und Akkuleistungen zu vereinbaren.

 

Ein Beispiel: In Braunschweig wollte ich zwischenladen und das mit der vorgeschriebenen Lenkpause von 45 Minuten kombinieren. Das würde ja Sinn machen. Wenn aber der Tacho 15 Minuten vor Erreichen der Ladesäule sagt, dass man jetzt Pause machen muss, dann steht man irgendwo ohne Ladesäule, macht da die gesetzlich vorgeschriebene Pause und kann erst dann legal zur Ladesäule fahren, um zwischenzuladen. Das kostet Zeit, die man unter Umständen nicht hat, um das nächste Ziel planmäßig zu erreichen.

 

Anderes Beispiel: Am Tagesende braucht man 2 Stunden an einer 300 KW Ladesäule, um am nächsten Morgen mit 100 % Akkuladung zu starten. Auch hier funken einem die Sozialvorschriften dazwischen, aber das wäre einfach zu lösen, wenn man den LKW auf dem Hof laden könnte, wo er sowieso über Nacht steht. Aktuell ist die Ladeinfrastruktur schlichtweg noch nicht so weit. Auch eine 300 KW-Ladesäule, die, wenn es darauf ankommt, nur rund 80 KW hergibt, macht wenig Spaß. Es hapert dann halt an der Reichweite.

 

Hattest du zwischendurch Angst, nicht anzukommen?

 

Hans: Ja, klar. Das ist teilweise schon spannend. Deswegen weigern sich auch die meisten Fahrer. Unter 1 % der LKW auf den Straßen sind Elektro – da kann man sich ausrechnen, dass sich noch nicht viele trauen. Im Notfall wäre ein Abschleppen halt um einiges aufwändiger und würde länger dauern. Der E-LKW ist mit seiner Hochvoltbatterie schwerer und natürlich müssen Sicherheitsanforderungen beachtet werden. Da braucht es entsprechend geschulte Leute. Nicht jeder Abschleppdienst hat die zu bieten.

 

Das klingt tatsächlich komplizierter als erhofft. Stehen wir mit dem Traum vom „grüner Fahren“ vor dem Aus?

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Hans: Ganz und gar nicht! Wir stehen bald vor dem Aus, wenn wir weiter auf fossile Rohstoffe setzen. Wir müssen uns auf Neues einlassen. Der Test hat uns die Schwachstellen aufgezeigt und damit sind wir einen Schritt weiter. Wir wissen jetzt, dass der Einsatz von E-LKW im Nahverkehr möglich ist, zum Beispiel zur Belieferung innerhalb von Großstädten, und auf fest geplanten, wiederkehrenden Rundtouren. Ich bin überzeugt, eine nachhaltigere Logistik wird mittelfristig Teil unseres Alltags werden. Am Beispiel Smartphones sehen wir doch, wie schnell sich die Technik entwickelt. Und im PKW-Bereich funktioniert E-Mobilität bereits wunderbar. In ein bis zwei Jahren sind wir so weit.

Vielen Dank, Hans, und allzeit gute Fahrt!

 

Unser Fazit: Aufgrund der Ladestruktur und Sozialvorschriften ist es aktuell noch nicht möglich, auf E-LKW zu setzen. Doch wir werden die Situation weiter beobachten und auch weiter testen. Sobald sich das Ladenetz stabilisiert hat, werden wir gemeinsam mit Hans Foellmer daran arbeiten, bei unseren Rundtouren auch im LKW-Bereich E-Mobilität zur Norm werden zu lassen.